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Sanierungsempfehlung Schimmel

Schwarzschimmel durch unzureichendes Heizen - Wärmebrücke, Heizkörpernische
Fensterlaibung, Thermografie Wärmebrücke Fenster

Sinnvolle Sanierungsempfehlungen – Schimmelpilze

Schimmelpilzbefall hat verschiedene „Gesichter“. Mal ist er großflächig und ganz offensichtlich, mal sitzt er in nicht einsehbaren Hohlräumen und Zwischendecken. Und nur selten kann ein nicht offensichtlicher Schimmelbefall anhand seines arttypischen Geruchs entdeckt werden.

Allgemein ist bei Sanierungen wie auch bei Schimmelpilzsanierungen festzustellen, dass jeder Fall nur bedingt mit einem anderen vergleichbar ist. Das Problem der Schimmelpilzsanierung ist sehr komplex, da Schadensart und -umfang, Alter und Art der Bauausführung, möglicherweise vorangegangene Schäden, Witterungsbedingungen und Raumnutzungsverhalten eine breite Varianz bedingen.

Nur durch die Begehung eines Sachverständigen lassen sich fundierte Aussagen über die gesundheitliche Bedeutung und über die zu treffenden Sanierungsmaßnahmen des vorliegenden Schimmelbefalls machen.

Hausschwamm-Sanierung

Braunfäulebefall an Fachwerk
Braunfäule hinter abgehängter Decke

Hausschwammbefall hat i.d.R. starke Mycel-Durchwachsungen von Mauerwerk und anderen mineralischen Baustoffen zur Folge, was eine bekämpfende Schwammsanierung deshalb sehr aufwendig und kostspielig macht. Anderen holzzerstörenden Pilzen fehlen solche Durchwachsungen ganz oder sie sind weniger stark ausgeprägt, bzw. leicht zu entfernen. Zur Bekämpfung reicht es in diesem Fall die zerstörten Holzeinbauten zu ersetzen und die Ursachen für die Durchfeuchtung dauerhaft und wirksam zu beseitigen. Nur in Einzelfällen, bei Einwachsungen in mineralische Bauteile, könnte zusätzlich eine vorbeugende chemische Behandlung nötig werden.

Das vom Hausschwamm befallene Mauerwerk ist grundsätzlich mit einem amtlich zugelassenen Schwammsperrmittel zu behandeln. Teil 4 der Holzschutznorm (DIN 68800) fordert bei von Mycel durchwachsenem Mauerwerk eine tiefenwirksame Tränkung in Form einer Bohrlochbehandlung. Dabei hat sich der Sanierungsbereich aus Sicherheitsgründen auf 1 Meter in alle Richtungen über den sichtbaren Befall hinaus auszudehnen.

Sollten die Bohrlocharbeiten eine nicht vertretbare Gefügelockerung zur Folge haben, so bleibt in solchen Fällen nur der Rückbau mit anschließendem Wiederaufbau des Mauerwerks.

Im Übrigen bleibt festzuhalten, dass in Abhängigkeit vom Befallumfang zu prüfen ist, in wie weit auf die chemische Behandlung verzichtet werden kann. So ist bei Zwischenwänden mit Wandstärken von weniger als 24 cm ein Rückbau vielfach sinnvoller als die chemische Behandlung.

Auf die Durchführung der chemischen Behandlungsmaßnahmen kann verzichtet werden, wenn im Befallsbereich sämtliche Hölzer entfernt und durch Metallkonstruktionen ersetzt werden.

Bei der Bau- und Sanierungsmaßnahme ist die Statik zu berücksichtigen.

Die Holzschutznorm der DIN 68800 Teil 4 fordert vor Schwammbekämpfung eindeutige Nachweise der Schadorganismen durch Sachkundige. In einigen Bundesländern gilt zudem eine Meldepflicht an die Baubehörde.

Eine Bestimmung der Pilzart zum Ausschluss des Echten Hausschwamm ist zwingend nötig, denn nach DIN 68 800 Teil 4 Abschn. 4 Abs. 2.1. ist zu beachten:

  1. Ohne zweifelsfreie Pilzartbestimmung, ist bei der Schadensbekämpfung wie bei Echten
    Hausschwamm vorzugehen.
  2. Die mit dem Hausschwamm verwandten Arten werden wie der Echte Hausschwamm behandelt.

Asbestsanierung

Schadstoffuntersuchung vor Kauf und Sanierung: hier ehemalige Fabrikantenvilla
Asbestzement, 9000fach vergrößert, Asbestfasern an Zement gebunden (Bodenbelag, Flexplatte)

Asbest unterm Elektronenmikroskop
Asbestfasern an Zement gebunden, Flexplatte,
Asbestgehalt 1 – 15 %

Asbestsanierungen, das Gleiches gilt auch bei Gebäudeabbruch, dürfen nur von zugelassenen Fachfirmen ausgeführt werden. Die Zulassung obliegt der zuständigen Arbeitsschutzbehörde (Gewerbeaufsicht, Staatliche Ämter für Arbeitsschutz). Ebenso ist es erforderlich, dass der Aufsichtführende für die Sanierung eine Bescheinigung gemäß TRGS 519, Anlage 3 vorzuweisen hat. Eine Qualifikation der Ausführenden ist eine wesentliche und unablässige Bedingung für die Durchführung sämtlicher mit der Sanierung verbundenen Arbeiten. Die maßgebliche TRGS 519 regelt die zu treffenden Vorsorge- und Schutzmaßnahmen bei Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten.

 

Asbest bei Gebäudeabbruch

Sollen Gebäude abgebrochen werden, so ist der Bauherr verpflichtet, vor Abbruch das betreffende Gebäude auf Asbestvorkommen untersuchen zu lassen. Dies geht u.a. aus den allgemeinen Anforderungen der Bauordnungen der Länder hervor, z. B. Hessische Bauordnung, § 3, Abs. 1:

“Bauliche Anlagen sowie andere Anlagen und Einrichtungen i. S. von § 1 Abs. 1 S. 2 sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass die öffentliche Sicherheit oder Ordnung nicht, auch nicht durch unzumutbare Nachteile oder unzumutbare Belästigungen, gefährdet wird.”

Abgesehen von bauaufsichtlichen Auflagen (Gebäudeschließung, Feststellung und Sanierung kontaminierter Bereich) können bei unsachgemäßer Asbestentfernung Schadenersatzansprüche von Nachbarn infolge von Kontaminationen durch Asbestfasern oder auch Forderungen nach der Sanierung – z. B. bei Ablagerung fälschlich als „asbestfrei“ deklarierter Produkte – entstehen.

Wird Asbest in abzubrechenden Gebäuden festgestellt, sind die asbesthaltigen Materialien vor dem Abbruch zu entfernen. Dabei gelten ebenso wie bei der Sanierung selbst die TRGS 519 und die entsprechenden abfallrechtlichen Regelungen.

Die Erfolgskontrolle der Sanierung gilt als bestanden, wenn die Höchstkonzentration an Asbestfasern in der Raumluft einen Wert von 1.000 Asbestfasern/m³ nicht überschreitet.